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Lö­sun­gen für BiPRO: Tech­ni­sche Grund­la­gen und Um­set­zungs­pro­zes­se

BiPRO hat sich zum Ziel ge­macht, exis­tie­ren­de Stan­dards zu ver­wen­den, so­weit die­se ad­äquat ver­füg­bar sind. Aus die­sem Grun­de set­zen die tech­ni­schen Ba­sis­nor­men auf W3C-Stan­dards auf und im­pli­zie­ren da­mit die Ver­wen­dung von SOAP-We­b-Ser­vices. In­so­fern ist BiPRO also nicht tech­no­lo­gie-­neu­tral, son­dern fest­ge­legt auf durch WSDL be­schrie­be­ne SOAP-We­b-Ser­vices mit in Form von XML-Sche­ma de­fi­nier­ten Da­ten­mo­del­len als Grund­l­agen­tech­no­lo­gie.

Fach­li­che BiPRO-Nor­men be­schrei­ben Pro­zes­se, die durch die Kom­bi­na­ti­on (Or­che­strie­rung) ver­schie­de­ner We­b-Ser­vice-O­pe­ra­tio­nen ge­bil­det wer­den. Alle die­se We­b-Ser­vice-O­pe­ra­tio­nen ver­wen­den in ih­ren Nach­rich­ten ein ge­mein­sa­mes, weit­ge­hend kon­text­frei­es Da­ten­mo­dell. Das be­deu­tet kon­kret, dass z.B. so un­ter­schied­li­che Ope­ra­tio­nen wie die An­for­de­rung ei­ner evB-Num­mer, die Über­tra­gung von Ver­trags­in­for­ma­tio­nen an einen Mak­ler zu Aus­kunfts­zwe­cken, eine Preis­be­rech­nung oder auch ein Ver­trags­än­de­rungs­pro­zess im Kern das glei­che Da­ten­mo­dell ver­wen­den, wo­bei na­tür­lich der Be­fül­lungs­grad stark un­ter­schied­lich ist, weil für die­se Ope­ra­tio­nen eben un­ter­schied­li­che De­tails be­nö­tigt wer­den.

Bei der kon­kre­ten Rea­li­sie­rung ei­nes BiPRO-­kon­for­men We­b-Ser­vice wird man i.d.R. zu­nächst ein­mal aus der Men­ge der mög­li­chen Teil­pro­zes­se und Ge­schäfts­vor­gän­ge die­je­ni­gen aus­wäh­len, die un­ter­stützt wer­den sol­len. BiPRO er­laubt hier ein sehr mo­du­la­res Vor­ge­hen, so dass nicht im­mer der voll­stän­di­ge Um­fang ei­ner Norm im­ple­men­tiert wer­den muss – man kann sich z.B. auf die­je­ni­gen Pro­zes­se be­schrän­ken, bei de­nen am Markt eine große Nach­fra­ge be­steht. Die be­nö­tig­ten Ope­ra­tio­nen kön­nen dann in Form ei­nes oder meh­re­rer SOAP-End­points im­ple­men­tiert wer­den.

An­schlie­ßend wird man eine Ab­bil­dung der ei­ge­nen Pro­dukt­welt (im Bei­spiel der Preis­be­rech­nung also die ta­ri­fie­rungs­re­le­van­ten Merk­ma­le) in das BiPRO-Da­ten­mo­dell vor­neh­men. Da­bei ist es auch mög­lich, mit­hil­fe de­fi­nier­ter Er­wei­te­rungs­me­cha­nis­men auch in­di­vi­du­el­le Merk­ma­le vor­zu­se­hen, die in der ei­gent­li­chen Norm noch nicht ent­hal­ten wa­ren. Die­se Ab­bil­dung der Da­ten­mo­del­le ist ein we­sent­li­cher Be­stand­teil bei der Rea­li­sie­rung von BiPRO-Ser­vices und er­for­dert so­wohl ein tief­grei­fen­des Ver­ständ­nis der BiPRO-Mo­del­le als auch de­tail­lier­tes Wis­sen um die ei­ge­ne Fach­lich­keit - i.d.R. wer­den hier die ent­spre­chen­den Fach­be­rei­che ein­zu­bin­den sein.

Die Im­ple­men­tie­rung der ei­gent­li­chen Funk­tio­na­li­tät ist dann sehr in­di­vi­du­ell, BiPRO macht hier kei­ne Vor­ga­ben. Ein­fa­che Funk­tio­na­li­tä­ten wird man mög­lich­wei­se di­rekt in­ner­halb der We­b-Ser­vice-Schicht im­ple­men­tie­ren; oft­mals wird man aber Bu­si­ness-Lo­gic zen­tral in den zu­stän­di­gen Sys­te­men (z.B. Re­chen­ker­nen) hal­ten und aus der We­b-Ser­vice-Schicht le­dig­lich an die­se Sys­te­me de­le­gie­ren.