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Press­e­in­for­ma­ti­on

Ol­den­burg, 15. März 2016

IT treibt den Ver­si­che­rungs­ver­trieb

Wird die Di­gi­ta­li­sie­rung den Ver­si­che­rungs­ver­trieb ret­ten kön­nen? Auch ohne die For­de­rung nach Di­gi­ta­li­sie­rung ist der Ver­si­che­rungs­ver­trieb im Um­bruch: sin­ken­de Ver­mitt­ler­zah­len, sin­ken­de Pro­vi­si­ons­ein­nah­men, stei­gen­de Re­gu­lie­rungs­dich­te, teil­wei­se we­nig at­trak­ti­ve Pro­duk­te. Wo steht die Ver­si­che­rungs­wirt­schaft auf dem Weg zum di­gi­ta­len Ver­trieb? Die­se und wei­te­re Fra­ge­stel­lun­gen wa­ren The­men der 5. BISS-Kon­fe­renz zu den "IT-Trends im Kun­den­ma­na­ge­ment“ am 15. März 2016 in Köln.

"Mo­bi­le Apps für Ver­si­che­rungs­neh­mer er­le­ben ak­tu­ell eine Re­naissance, ge­trie­ben durch neue Wett­be­wer­ber aus der Star­t-up-S­ze­ne”, so Bern­hard Schnei­der, Lei­ter Ver­trieb und Mar­ke­ting der BISS. “Von Ver­si­che­rern hin­ge­gen gibt es dazu noch we­nig In­no­va­ti­ves zu ver­mel­den”. Die Er­geb­nis­se der jähr­li­chen Stu­die "IT-Trends an den Points of Sa­les 2016, die in ei­ner Kon­fe­renz in Köln vor­ge­stellt wur­den, wa­ren auch in wei­te­rer Hin­sicht ein­deu­tig: die Be­deu­tung von IT-Trends für den Ver­trieb ge­ne­rell steigt auf bis­her un­er­reich­te 71 Pro­zent, nach­dem sie 2015 noch bei 59 Pro­zent lag. Die Di­gi­ta­li­sie­rung zeigt also Wir­kung, al­ler­dings muss dif­fe­ren­ziert wer­den.

Wäh­rend On­li­ne­be­ra­tung, elek­tro­ni­sche Un­ter­schrift und der Ein­satz von Nor­men und Da­ten­stan­dards na­he­zu ein­hel­lig als we­sent­li­che Werk­zeu­ge zur Op­ti­mie­rung der Ver­trieb­spro­zes­se ge­se­hen wer­den, sind die Ein­schät­zun­gen an­de­rer Trends durch­aus un­ter­schied­lich. Wie er­wähnt er­le­ben Mo­bi­le Apps für Ver­si­che­rungs­-­neh­mer eine Re­naissance, ge­trie­ben durch neue Wett­be­wer­ber aus der Star­t-up-S­ze­ne. Die In­su­reTechs ge­ben hier ein­deu­tig neue Im­pul­se. Wäh­rend­des­sen ist die In­te­gra­ti­on von So­ci­al Me­dia-In­for­ma­tio­nen, ein Feld, in dem es aus den USA im­mer wie­der neue Big-Da­ta-An­sät­ze zu ver­mel­den gibt, bei deut­schen Ver­si­che­rern, ver­mut­lich aus Da­ten­schutz­grün­den, nicht so leicht wie­der­zu­be­le­ben. Auch zum The­ma Scha­den gibt es kaum Neu­es.

Ins­ge­samt ist die Not­wen­dig­keit der di­gi­ta­len Trans­for­ma­ti­on be­son­ders bei der Zu­sam­men­füh­rung der In­for­ma­tio­nen der wich­tigs­ten Kun­den­kon­takt­punk­te er­kannt und die Ver­si­che­rer ar­bei­ten an ei­ner Ver­bes­se­rung der Kun­den­sicht. So wird am Ende auch der per­sön­li­che Ver­trieb zu ei­nem gut Teil di­gi­tal.

FinTechs, In­su­reTechs, Goo­gle etc.: Wo ste­hen wir?

Die ak­tu­el­le Nach­richt, dass Goo­gle Com­pa­re als Ver­si­che­rungs­ver­gleichs­web­si­te den Be­trieb ein­stellt, soll­te nicht vor­ei­lig als Ka­pi­tu­la­ti­on vor dem The­ma Ver­si­che­run­gen ver­stan­den wer­den, so warn­ten Vol­ker Ill­guth, Lei­ter Kom­pe­tenz­feld Ko­ope­ra­ti­ons­ma­na­ge­ment und Sa­scha Noack, Kom­pe­tenz­feld­lei­ter Ver­triebs­ma­na­ge­ment, bei­de von den Ver­si­che­rungs­fo­ren in Leip­zig, die Teil­neh­mer in ih­rem Vor­trag. Das wird nicht zwin­gend das letz­te Wort sein, be­son­ders wenn man die welt­wei­te In­ves­ti­ti­ons­be­reit­schaft von Wa­g­nis­ka­pi­tal­ge­bern für FinTechs be­trach­tet. Je nach­dem, wen man fragt gibt es zur­zeit be­reits zwi­schen 250 und 400 von die­sen Star­t-up-Un­ter­neh­men. Wo­bei In­su­reTechs, also Star­t-ups, die sich ex­pli­zit mit der Ver­si­che­rungs­bran­che be­schäf­ti­gen, in der Grup­pe der FinTechs noch stark un­ter­re­prä­sen­tiert sind. Welt­weit sind 25 Mrd. Dol­lar in­ves­tiert wor­den und auch hier hin­ken In­su­reTechs in Eu­ro­pa noch hin­ter­her. Das Ak­ti­vi­täts­ni­veau ist also noch stei­ge­rungs­fä­hig.

Auf Sei­ten der tra­di­tio­nel­len Player in der Ver­si­che­rungs­bran­che ist das In­ter­es­se hoch und schwankt zwi­schen Fas­zi­na­ti­on und Ab­leh­nung. Ist das ge­recht­fer­tigt? Vie­le Star­t-ups wer­den nicht über­le­ben, das liegt in der Na­tur der Sze­ne, aber sie le­gen den Fin­ger in die Wun­de der Bran­che: die Le­bens­wel­ten & -wirk­lich­kei­ten und da­mit die si­tua­ti­ven The­men der Men­schen in ei­ner ver­netz­ten Welt wer­den noch zu we­nig vom her­kömm­li­chen Ver­si­che­rungs­ver­trieb er­reicht. Eine per­fek­ti­ons- und si­cher­heits­ori­en­tier­te Un­ter­neh­mens­kul­tur ver­hin­dert nicht sel­ten das schnel­le Aus­pro­bie­ren neu­er Ide­en und da­mit die In­no­va­ti­on. "In­su­reTechs ko­chen zwar auch nur mit Was­ser, das nur sehr viel schnel­ler. In der Zeit, die ein Ver­si­che­rer braucht, um ein Kick-off-Mee­ting zu or­ga­ni­sie­ren, sind Star­t-ups von der Grün­dung bis zum Marktein­tritt un­ter­wegs.“ so die Leip­zi­ger Re­fe­ren­ten. Wirk­lich dis­rup­tiv sind da­bei nur we­ni­ge der neu­en An­bie­ter, aber sie sind doch häu­fig das Quänt­chen in­no­va­ti­ver und trans­pa­ren­ter, um Kun­den zu­min­dest für sich zu in­ter­es­sie­ren. Das Be­set­zen der Schnitt­stel­le zum Kun­den und die klu­ge Nut­zung der Kun­den­da­ten durch Star­t-ups ist da­her die Ge­fahr, die tra­di­tio­nel­le An­bie­ter am meis­ten fürch­ten soll­ten. Der Ap­pell an die Teil­neh­mer lau­te­te da­her, sich mit In­su­reTechs und ei­ge­nen In­no­va­tio­nen in­ten­si­ver zu be­schäf­ti­gen, ge­treu dem Mot­to von Mark Zucker­berg: „The big­gest risk is not ta­king any risk.“

Ver­si­che­rungs­ver­trieb - was wird kom­men, was muss ge­hen?

Seit 2002 wer­den im Rah­men des Bran­chen­kom­pass Füh­rungs­kräf­te der Ver­si­che­rungs­wirt­schaft zu ih­rer Sicht der Bran­che be­fragt, letzt­ma­lig im 3. Quar­tal letz­ten Jah­res und noch nie wa­ren Skep­sis und Pes­si­mis­mus in der Bran­che so weit ver­brei­tet, so Pe­tra We­ber, Ma­na­ger der Un­ter­neh­mens­be­ra­tung So­pra Ste­ria in Ihrem Vor­trag. Die we­sent­li­chen Fak­to­ren für die­ses Stim­mungs­tief sind das nied­ri­ge Zins­ni­veau, der Re­gu­lie­rungs­druck und die An­for­de­run­gen der Di­gi­ta­li­sie­rung. Wäh­rend Kos­ten ge­senkt und Ri­si­ko­ma­na­ge­ment op­ti­miert wer­den müs­sen, sind die Mo­der­ni­sie­rung der IT und die Di­gi­ta­li­sie­rung nicht nur des Ver­triebs enor­me Her­aus­for­de­run­gen. Den Nie­der­gang der pri­va­ten Al­ters­vor­sor­ge gilt es durch Stär­kung des Kom­po­sit- und Ge­wer­be­ge­schäfts und der be­trieb­li­chen Al­ters­vor­sor­ge zu­min­dest teil­wei­se zu kom­pen­sie­ren. Den­noch sind er­heb­li­che In­ves­ti­tio­nen in Kun­den­bin­dung und Kun­den­wert­ent­wick­lung not­wen­dig, um dau­er­haft wett­be­werbs­fä­hig zu blei­ben.

Bei den Di­gi­ta­li­sie­rungs­ak­ti­vi­tä­ten ste­hen In­ves­ti­tio­nen in Mo­bi­le IT, So­ci­al Me­dia und Big Da­ta/Bu­si­ness In­tel­li­gence im Vor­der­grund. Zu­künf­tig gilt es die Er­war­tungs­hal­tung der Ver­si­che­rungs­kun­den, aber auch der Ver­trieb­s­part­ner, an Trans­pa­renz, je­der­zei­ti­ge Ver­füg­bar­keit und schnel­le Ab­wick­lung deut­lich bes­ser zu er­fül­len. Be­reits jetzt flie­ßen da­her etwa ein Drit­tel der IT-In­ves­ti­tio­nen in die Di­gi­ta­li­sie­rung.

Was dies kon­kret be­deu­tet zeig­te Hen­ning Pla­ge­mann, Prin­ci­pal Con­sul­tant bei So­pra Ste­ria im Zu­sam­men­hang mit BiPRO. Am Bei­spiel der BiPRO-­ba­sier­ten An­bin­dung von Ta­rif­be­rech­nun­gen bei Ver­gleichs­ser­vices zeigt sich deut­lich: wer tech­nisch nicht schnell rea­gie­ren kann und kom­ple­xe, kaum ver­gleich­ba­re Ta­rif­de­tails ab­bil­den will, wird im Wett­be­werb nur schwer be­ste­hen. Vor­han­de­ne IT und her­kömm­li­che Vor­ge­hens­wei­sen füh­ren da­her in der Um­set­zung von BiPRO-Nor­men häu­fig zu al­ten Pro­ble­men, wie tech­ni­schen In­kom­pa­ti­bi­li­tä­ten. Eine dif­fe­ren­zier­te BiPRO-Um­set­zungs­stra­te­gie, die auch die Mark­tak­teu­re und ihr Um­feld be­ach­tet, ist da­her un­er­läss­lich.

Pra­xis­be­richt Om­li­ne-Be­ra­tung: Die Hi-Tech-Ret­tung für den per­sön­li­chen Ver­kauf?

Als ei­ner der Pio­nie­re in der On­li­ne-Finanz­be­ra­tung re­fe­rier­te Jan Hel­mut Hön­le, In­ha­ber der HÖNLE.­trai­ning und lang­jäh­rig als Finan­zie­rung- und Ver­si­che­rungs­mak­ler tä­tig, über sei­ne um­fang­rei­chen Er­fah­run­gen in der On­li­ne­be­ra­tung von Pri­vat- und Ge­wer­be­kun­den. Hön­le sam­mel­te be­reits 2004 ers­te Er­fah­run­gen in der On­li­ne-Be­ra­tung, hat die Nut­zung die­ses Werk­zeugs kon­ti­nu­ier­lich aus­ge­baut und gilt in­zwi­schen als füh­ren­der Ex­per­te zu dem The­ma, was ihn mitt­ler­wei­le auch zu ei­nem ge­frag­ten Be­ra­ter für an­de­re Un­ter­neh­men ge­macht hat.

Aus sei­ner Sicht sind die Vor­tei­le der On­li­ne-Be­ra­tung, vor al­lem zeit­li­che und räum­li­che Fle­xi­bi­li­tät, enorm. Al­ler­dings muss klar ge­se­hen wer­den, dass die klas­si­sche Off­li­ne-Be­ra­tung nicht eins zu eins in den On­li­ne-Be­reich über­tra­gen wer­den kann. On­li­ne-Be­ra­tung er­for­dert ei­ner­seits den sou­ve­rä­nen Um­gang mit den Mög­lich­kei­ten der Hard- und Soft­wa­re und an­de­rer­seits ein in­halt­lich und dra­ma­tur­gisch prä­zi­se vor­be­rei­te­tes Be­ra­tungs­vor­ge­hen. So ist in der Re­gel die Pha­se der Vor­stel­lung und des Ver­trau­ensauf­baus in­ten­si­ver und die Be­ra­tung an­hand von bild­lich-­gra­fi­schen Dar­stel­lun­gen wie Be­darfs­ana­ly­sen und Ver­sor­gungs­lücken be­nö­tigt be­son­de­re Auf­merk­sam­keit. Für den er­folg­rei­chen On­li­ne-Ver­kauf kommt noch die Nut­zung von Pro­to­kol­lie­rungs­tech­ni­ken, elek­tro­ni­schen Un­ter­schrifts­lö­sun­gen und dem rechts­ver­bind­li­chen Do­ku­men­ten­aus­tausch hin­zu. Grund­sätz­lich kann – rich­tig ein­ge­setzt – On­li­ne-Be­ra­tung je­doch das ge­sam­te Spek­trum der Be­ra­tungs­si­tua­tio­nen ab­de­cken, wie Hön­le deut­lich zeig­te. Ob Nach­ver­kauf von Er­schwer­nis­sen in bio­me­tri­schen Ver­si­che­run­gen, Hin­zu­schal­ten von Spe­zia­lis­ten in der An­la­ge­be­ra­tung, wer die Voraus­set­zun­gen er­füllt, kann durch­aus mit ei­ner Ver­dop­pe­lung der Ver­triebs­leis­tung rech­nen. Ein­zi­ge Voraus­set­zung auf Sei­ten des Kun­den ist ein In­ter­net­zu­gang ab etwa 6000k­b/s und idea­ler­wei­se eine Web­cam. Eine Soft­war­ein­stal­la­ti­on ist nicht er­for­der­lich. Dies sind sei­ner Er­fah­rung nach Voraus­set­zun­gen, die auch von äl­te­ren Kun­den und "di­gi­tal im­mi­grants“ pro­blem­los zu be­wäl­ti­gen sind.

Pra­xis­be­richt: Muss BiPRO-Um­set­zung schwie­rig sein oder geht es auch ein­fa­cher?

Bei Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men ist ein wei­ter stei­gen­des In­ter­es­se am Ein­satz von BiPRO-Nor­men fest­zu­stel­len, um die Kom­mu­ni­ka­ti­on be­son­ders mit Mak­lern, Ver­glei­chern und Pools zu op­ti­mie­ren. Dies nahm Matt­hi­as Brauch, Lei­ter der Soft­wa­re­ent­wick­lung der BISS und Spre­cher des Tech­ni­schen Aus­schus­ses des BiPRO e.V., zum An­lass, von sei­nen Pra­xi­ser­fah­run­gen und ins­be­son­de­re den Um­set­zungs­hür­den zu be­rich­ten.

Das häu­fig ge­brauch­te Bild von BiPRO-Nor­men als der Nor­mie­rung von Ste­cker und Steck­do­se im Da­ten­aus­tausch ist na­he­lie­gend, doch es er­zeugt in der Pra­xis häu­fig Er­war­tungs­hal­tun­gen, die sich so nicht er­fül­len las­sen. Auch der häu­fig an­zu­tref­fen­de Be­griff "BiPRO-Ad­ap­ter“ als Um­schrei­bung für ein Soft­wa­re­pro­dukt, mit dem in­ter­ne und ex­ter­ne Da­ten­mo­del­le ein­fach zum Zu­sam­men­wir­ken ge­bracht wer­den kön­nen, führt oft in die Ir­re. Auf Sei­ten von Da­ten­lie­fe­ran­ten (Po­vi­dern) und Da­ten­emp­fän­gern (C­on­su­mern) müs­sen – ne­ben den Da­ten­mo­del­len – un­ter­schied­li­che Tech­no­lo­gi­en, Pro­zess- und Da­ten­mo­del­le und ge­le­gent­lich auch ver­schie­de­ne Ver­sio­nen von BiPRO-Nor­men zur De­ckung ge­bracht wer­den.

Für die­se an­spruchs­vol­le und fa­cet­ten­rei­che Auf­ga­be kann gar kein "Soft­wa­re­pro­dukt“ exis­tie­ren, das al­les out of the box leis­tet. Da­her warb Brauch für eine dif­fe­ren­zier­te Be­trach­tung: wäh­rend bei­spiels­wei­se für Ta­ri­fie­rungs-, An­ge­bots und An­trags­pro­zes­se (TAA) schon durch die Kom­ple­xi­tät und Viel­falt der ab­zu­bil­den­den Pro­duk­te ein sehr ho­her Cu­sto­mi­zing-Auf­wand not­wen­dig ist, be­schrei­ben die Nor­men für die In­for­ma­ti­ons­über­mitt­lung (Mak­ler­post) we­sent­lich ho­mo­ge­ne­re The­men­fel­der, so dass hier mit deut­lich we­ni­ger in­di­vi­du­el­len An­pas­sungs­not­wen­dig­kei­ten zu rech­nen ist. Brauch plä­diert da­her für Um­set­zun­gen im Be­reich TAA für einen Fra­me­work-An­satz, der durch Cu­sto­mi­zing an das ge­ge­be­ne Um­feld an­ge­passt wer­den kann. Da­bei kann durch den Ein­satz fer­ti­ger Kom­po­nen­ten aus ei­nem Fra­me­work der Ge­samt­auf­wand op­ti­miert wer­den.

Da­ge­gen hat man es bei der Mak­ler­post (dem der­zeit ak­tu­el­lem BiPRO-Im­ple­men­tie­rungs­fo­kus) mit we­sent­lich we­ni­ger In­di­vi­dua­li­tä­ten zu tun: so gibt es we­der beim Pro­zess- noch beim Da­ten­mo­dell die Not­wen­dig­keit, pro­vi­der­spe­zi­fi­sche Er­gän­zun­gen vor­zu­neh­men. Au­ßer­dem wird ei­gent­lich im­mer ein Zwi­schen­spei­cher für die kon­so­li­dier­te Zu­sam­men­stel­lung der Sen­dun­gen für die ein­zel­nen Mak­ler be­nö­tigt, der sei­ner­seits zwar sehr eng mit dem BiPRO-Ser­vice ge­kop­pelt ist, mit den ei­gent­li­chen Fach­sys­te­men aber eher lose über de­fi­nier­te Schnitt­stel­len kom­mu­ni­ziert.

Brauch stellt den von BISS ent­wi­ckel­ten Mak­ler­post-Ad­ap­ter vor, der als Webser­vice für einen de­fi­nier­ten Pool von Ge­schäfts­vor­fäl­len den norm­ge­rech­ten In­for­ma­ti­ons­trans­fer zwi­schen Ver­si­che­rer und Ver­mitt­ler weit­ge­hend ab­deckt.

Ver­trieb, Be­ra­tung, Verant­wor­tung ...und IT?!

Der Schwer­punkt der Re­re­gu­lie­rung der Ver­si­che­rungs­wirt­schaft in den ver­gan­ge­nen Jah­ren war er­klär­ter­ma­ßen Pro­duk­te und de­ren Ver­trieb im Sin­ne ei­ner Ori­en­tie­rung an den Kun­den­be­dar­fen zu ge­stal­ten. Ob dies mit den bis­he­ri­gen und ge­plan­ten Re­gu­lie­run­gen sinn­voll mög­lich ist, dar­über ge­hen die Mei­nun­gen aus­ein­an­der, nur die stei­gen­den An­sprü­che der Kun­den an Verant­wor­tung und Nach­hal­tig­keit (Cor­po­ra­te Re­spon­si­bi­li­ty­/Su­staina­bi­li­ty) von Un­ter­neh­men und de­ren Pro­duk­ten und Ser­vices wer­den wei­ter wach­sen, so Dr. Frank Es­sel­mann, Part­ner in der con­cern Un­ter­neh­mens­be­ra­tung, die sich auf die­se Fra­ge­stel­lun­gen spe­zia­li­siert hat.

Was in glo­ba­len Un­ter­neh­men wie Nest­lé oder Hen­kel mit ih­ren greif­ba­ren Pro­duk­ten be­reits eta­bliert ist, führt je­doch in der Ver­si­che­rungs­wirt­schaft noch ein Schat­ten­da­sein: Be­ra­tungs­qua­li­tät, Schnel­lig­keit und Trans­pa­renz der Pro­zes­se, preis­wer­te Pro­duk­te, Er­reich­bar­keit und Ver­ständ­lich­keit sind häu­fig de­fi­nier­te, aber kaum sys­te­ma­tisch um­ge­setz­te Zie­le und mit wel­chen Wert­bei­trä­gen könn­te nach der Um­set­zung über­haupt ge­rech­net wer­den? Wird sich in Zu­kunft ein Ver­si­che­rungs­neh­mer deut­lich we­ni­ger mit Ver­si­che­run­gen be­schäf­ti­gen müs­sen, für die er dann jähr­lich auch noch we­ni­ger zah­len muss? Der zen­tra­le Ge­dan­ke von Cor­po­ra­te Re­spon­si­bi­li­ty­/Su­staina­bi­li­ty ist der, der Schaf­fung von sha­red va­lue, also Wer­ten, die nicht nur die Kon­kur­renz­fä­hig­keit ei­nes Un­ter­neh­mens er­hö­hen, son­dern auch die wirt­schaft­li­chen und so­zia­len Be­din­gun­gen der Ge­sell­schaft ver­bes­sern, in der es tä­tig ist.

Am Bei­spiel der rea­li­sier­ten und emp­fun­de­nen Be­ra­tungs­qua­li­tät im Ver­si­che­rungs­ver­trieb, die con­cern zu­sam­men mit Part­nern mo­dell­haft un­ter­sucht hat, er­läu­ter­te Es­sel­mann die Im­pli­ka­tio­nen ei­nes sha­red va­lue-An­sat­zes. Da­bei wur­de deut­lich, dass die Be­ra­tung im Ver­si­che­rungs­ver­trieb häu­fig nicht das Kun­den­ri­si­ko in sei­nen Fa­cet­ten aus­rei­chend er­fasst und the­ma­ti­siert, in­dem bei­spiels­wei­se bio­me­tri­sche Pro­duk­te am liebs­ten an Nied­rig-Ri­si­ko-Grup­pen ver­trie­ben wird und da­bei nicht im­mer alle re­le­van­ten Fak­to­ren be­rück­sich­tigt wer­den.

Was emp­fin­den Kun­den ih­rer­seits als Be­ra­tungs­qua­li­tät, de­fi­niert als Wie­der­kauf, Ver­trau­en und Zufrie­den­heit? Kurz, al­les was den Kun­den stär­ker ein­be­zieht, von der Nut­zung dy­na­mi­scher Hilfs­mit­tel zur Er­läu­te­rung des Be­darfs (bei­spiels­wei­se Ta­blet-­ge­stütz­te, in­di­vi­dua­li­sier­te Vi­sua­li­sie­run­gen) bis hin zur ein­ge­hen­den Be­fra­gung des Kun­den. Es­sel­mann plä­dier­te da­her ge­ra­de bei der Mam­mu­t­auf­ga­be "Di­gi­ta­li­sie­rung“ dif­fe­ren­ziert vor­zu­ge­hen und sich auf die Ker­n­ele­men­te der Wert­schöp­fung zu kon­zen­trie­ren, zu de­nen der The­men­kom­plex Be­ra­tungs­qua­li­tät, Ver­trau­en und Wie­der­kauf­be­reit­schaft ein­deu­tig zäh­len. Nur so kön­nen Di­gi­ta­li­sie­rungs­pro­jek­te wirk­lich zur Stei­ge­rung des Un­ter­neh­mens­wer­tes und der Kun­den­zu­frie­den­heit bei­tra­gen. Wenn die­se Po­ten­zia­le und die Rich­tung klar sind, lau­tet sein Ap­pell: "Be­gin­nen Sie jetzt!“

Ver­trieb und IT tref­fen sich wie­der am 14. März 2017

Ein­mal mehr be­stä­tig­te das Feed­back der Teil­neh­mer, dass der Dia­log zwi­schen Ver­trieb und IT wich­tig und sinn­voll ist. Die The­men wur­den als in­ter­essan­te und ab­wechs­lungs­rei­che Mi­schung aus Theo­rie und Pra­xis emp­fun­den, die Ver­an­stal­tung ins­ge­samt als "sehr gut“. Alle be­frag­ten Teil­neh­mer wür­den ih­ren Kol­le­gen den Be­such "ganz si­cher“ oder "wahr­schein­lich“ emp­feh­len. Des­halb steht auch der nächs­te Ter­min be­reits fest: Die 6. "IT-Trends im Kun­den­ma­na­ge­ment“ wer­den am 14. März 2017 statt­fin­den. Wei­te­re In­for­ma­tio­nen zu die­ser und zu­künf­ti­gen Ver­an­stal­tun­gen so­wie zum Ver­an­stal­ter BISS fin­den Sie un­ter ww­w.­biss-­net.­com.

In­ter­essan­tes Ma­te­ri­al für die täg­li­che Pra­xis

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