Bild

Das Pro­jekt HICOS

Beim Pro­jekt HICOS han­delt es sich um die Ent­wick­lung ei­nes in­te­grier­ten Sys­tems zur Ana­ly­se, Mo­del­lie­rung und Im­ple­men­tie­rung von Ge­schäftspro­zes­sen. HICOS wur­de im Rah­men ei­nes ESPRIT-Pro­jek­tes (ESPRIT 6657) in der Zeit von 1992 - 1995 von den Ko­ope­ra­ti­ons­part­nern em­pi­ri­ca GmbH (Bonn), ÖDAV GmbH (Düs­sel­dorf), den Ru­ther­ford App­le­ton La­bo­ra­to­ries (Did­cot, UK), PROMIND (Pa­ris), BISS GmbH (Wil­helms­ha­ven/Ol­den­burg), CLS GmbH (Bonn), ÖVA (Mann­heim) so­wie den Win­ter­thur Ver­si­che­run­gen (Mün­chen) ent­wi­ckelt.

Vor­gangs­steue­rung zur Pro­zes­s­op­ti­mie­rung

HICOS ist ein mo­der­nes Vor­gangs­steue­rungs­-Sys­tem. Es er­mög­licht die Op­ti­mie­rung der Ge­schäftspro­zes­se ei­nes Un­ter­neh­mens und bie­tet Un­ter­stüt­zung beim Auf­bau ei­ner kun­de­n­ori­en­tier­ten Or­ga­ni­sa­ti­onss­truk­tur und neu­er Ver­triebs­we­ge. Bei der Be­ar­bei­tung von Ge­schäfts­vor­fäl­len er­ge­ben sich mas­si­ve Ra­tio­na­li­sie­rungs­ef­fek­te. Hier be­wirkt HICOS eine Ver­bes­se­rung der Ar­beits­qua­li­tät, eine Stei­ge­rung der Ar­beits­ef­fek­ti­vi­tät und gleich­zei­tig eine Ent­las­tung der Sach­be­ar­bei­ter von Rou­ti­ne­tä­tig­kei­ten. Der Sach­be­ar­bei­ter ge­winnt da­durch mehr Zeit für die Kun­den­be­treu­ung und pro­duk­ti­ve­re Tä­tig­kei­ten.

Kom­po­nen­te­n­ori­en­tier­te Struk­tur

HICOS be­steht aus meh­re­ren Kom­po­nen­ten:

BeCAMe (Bu­si­ness Case Ana­ly­sis and De­sign Metho­do­lo­gy); ei­ner Metho­dik zur Iden­ti­fi­zie­rung, Ana­ly­se, Be­schrei­bung und Mo­del­lie­rung von Ge­schäfts­vor­fäl­len

Case Buil­der Tool (CBT); ei­nem gra­fi­schen Werk­zeug zum De­sign und zur De­tail-De­fi­ni­ti­on von Ge­schäfts­vor­fall­ty­pen (GV-Ty­pen) und zur Si­mu­la­ti­on von Ge­schäfts­vor­fäl­len

Ca­se-Pro­zes­sor (CP); der Lauf­zeit­kom­po­nen­te zur Be­ar­bei­tung von Ge­schäfts­vor­fäl­len: CP steu­ert den Ablauf von Ge­schäfts­vor­fäl­len durch die Aus­füh­rung des zu­ge­hö­ri­gen GV-Typs

BeCAMe be­han­delt fol­gen­de Haupt­the­men:

Fest­stel­lung der Rah­men­be­din­gun­gen auf Un­ter­neh­men­sebe­ne

Ana­ly­se von Ge­schäfts­vor­fäl­len (GV)

GV-Typ-Re­de­sign

GV-Typ-Mo­del­lie­rung

GV-Typ-Ein­füh­rung

GV-Typ-War­tung und Wei­ter­ent­wick­lung

GV-Typ-Ver­wal­tung und Über­wa­chung

Das Case Buil­der Tool (CBT) be­sitzt eine gra­fi­sche, in­tui­tiv zu be­die­nen­de Ober­flä­che und be­nutzt zum GV-Typ-De­sign eine ei­gens ent­wi­ckel­te De­fi­ni­ti­onss­pra­che: Die Case De­fi­ni­ti­on Lan­gua­ge (CDL). Das Ar­bei­ten mit dem CBT äh­nelt dem Zeich­nen ei­nes Pro­gram­ma­b­lauf­pla­nes. Die­se gra­fi­sche Form wird in ein vom Case Pro­zes­sor les­ba­res Skript um­ge­setzt. Pro­gram­mier­kennt­nis­se sind da­her nicht er­for­der­lich.

Der HICOS Ca­se-Pro­zes­sor (CP) prä­sen­tiert je­dem Be­nut­zer eine Lis­te der­je­ni­gen Ge­schäfts­vor­fäl­le (GV), die zur Zeit von ihm (ggf. nach Prio­ri­tät) be­ar­bei­tet wer­den kön­nen. Ist ein neu­er Ge­schäfts­vor­fall an­zu­le­gen, wählt der Be­nut­zer den pas­sen­den GV-Typ aus und kann so­fort die Be­ar­bei­tung star­ten. Nach Aus­wahl ei­nes Ge­schäfts­vor­fal­les braucht der Be­nut­zer nur dann tä­tig zu wer­den, wenn ein Dia­log er­for­der­lich wird.

Alle an­de­ren Ar­beits­schrit­te führt der Ca­se-Pro­zes­sor au­to­ma­tisch aus:

Er­ken­nen und Ver­ar­bei­ten von Er­eig­nis­sen

Be­stim­men des nächs­ten Ein­zel­schrit­tes auf­grund der Ablauf­lo­gik im GV-Typ

Ver­an­las­sen von be­trieb­li­chen Ak­tio­nen und Fort­schrei­ben der GV-Ak­te

Eben­so wer­den Ge­schäfts­vor­fäl­le au­to­ma­tisch an die Be­nut­zer wei­ter­ge­reicht, die zur Durch­füh­rung der ein­zel­nen Ak­ti­vi­tä­ten be­rech­tigt sind. Ist zur Wei­ter­be­ar­bei­tung ei­nes Ge­schäfts­vor­fal­les ein Platt­form­wech­sel er­for­der­lich, wird er zu dem ent­spre­chen­den Rech­ner ge­schickt.

Grund­la­gen­for­schung für die Pra­xis

Vie­le Er­kennt­nis­se, Metho­di­ken und teil­wei­se Code aus dem HICOS-Pro­jekt sind in das De­sign und die Ent­wick­lung von B-Wi­se ein­ge­flos­sen. Da­mit ent­stand eine An­wen­dung, die durch kon­se­quen­te Wei­ter­ent­wick­lun­gen auch fast 20 Jah­re nach die­sem Grund­la­gen­pro­jekt nach wie vor zu den füh­ren­den Ver­triebs- und Ser­vice­sys­te­men in der Ver­si­che­rungs­wirt­schaft zählt: Das Er­geb­nis ei­ner Kom­bi­na­ti­on von tech­ni­sche In­no­va­ti­ons­kraft und lang­jäh­ri­ger Ent­wick­lungs­er­fah­rung, auf die wir stolz sind!